Platz mit Aussicht
Blog-Nr. 483
Und es gibt die Plätze, die manchmal mehr ein Acker waren, irgendwo auf dem Lande oder in einem Quartier, auf denen wir an einem Samstagmorgen bei Nässe und Kälte und auch Schnee und vor null Zuschauern kickten.
Ich liebe Fussballplätze, suche sie gerne auf Reisen, werde manchmal wehmütig, wenn ich übers Land fahre, sie sind jetzt oft eine grüne und gepflegte Wiese, und wenn ich zwei Tore sehe und denke, wie schön wäre es, noch ein Spiel, ein letztes, ich habe ja mein letztes nicht gespielt, weiss wenigstens nicht, wann das letzte war. Nur noch einmal zwischen den Toren stehen.
Wenn ich auf Mallorca lande und zu meinem Dorf Cas Concos fahre, dann sehe ich unterwegs immer einen Platz. Ich halte manchmal an. Ein Tor ist dem Zerfall nahe, die Latte hängt in der Mitte ziemlich nach unten, so dass auch ein Torhüter von, sagen wir, 1,50 m Grösse, kaum ein Problem hätte, wenn ein Schuss käme. Doch es kommt nie ein Schuss, wenigstens habe ich noch nie jemanden auf diesem Platz spielen und schiessen sehen, er ist immer verlassen, das dürre Gras, dort, wo es noch Gras hat, ziemlich hoch.
Und jetzt auf Hydra. Dank Google Maps finde ich ihn, nirgends ist der Weg angeschrieben, wie hier auf der grandiosen griechischen Insel auch kaum Wege angeschrieben sind; ich laufe durch viele enge Gassen, an Tavernen vorbei und weissen Häusern und einige, sehr viele Treppen hoch, und kann mir gar nicht vorstellen, dass es an diesem Ort, der an den Hängen rund um den Hafen klebt, wie ein Hufeisen, einen Fussballplatz geben kann, zwischen all den Häusern und Gassen.
Und welch grossartiges Bild hier oben. Häuser stehen rund um den Platz nahe an der Seitenlinie, auf der einen Längsseite hat es einige steinige Treppen, da sitzen die Zuschauer, wenn sie dann zu den Spielen kommen. Einer von Hydra sagt, es kämen immer ganz viele, das Stadion sei dann voll, er sagt es stolz: Das Stadion! Und: Voll!
Es gibt das imposante Bernabeu mitten in Madrid, das Camp Nou in Barcelona wird ein Bijou, wenn es einmal fertig ist, das Wembley schrieb Geschichte, das Aztekenstadion in Mexico-City wird immer mit Diego in Verbindung bleiben, die Allianz Arena in München ist manchmal ein Wohnzimmer, dem ehrwürdigen San Siro in Mailand werden wir bald nachtrauern müssen.
Es gibt wunderbare Stadien und Fussballplätze auf dieser Welt, einige sind mit Erinnerungen verbunden.
Es gibt wunderbare Stadien und Fussballplätze auf dieser Welt, einige sind mit Erinnerungen verbunden.
Und es gibt die Plätze, die manchmal mehr ein Acker waren, irgendwo auf dem Lande oder in einem Quartier, auf denen wir an einem Samstagmorgen bei Nässe und Kälte und auch Schnee und vor null Zuschauern kickten.
Wenn ich auf Mallorca lande und zu meinem Dorf Cas Concos fahre, dann sehe ich unterwegs immer einen Platz. Ich halte manchmal an. Ein Tor ist dem Zerfall nahe, die Latte hängt in der Mitte ziemlich nach unten, so dass auch ein Torhüter von, sagen wir, 1,50 m Grösse, kaum ein Problem hätte, wenn ein Schuss käme. Doch es kommt nie ein Schuss, wenigstens habe ich noch nie jemanden auf diesem Platz spielen und schiessen sehen, er ist immer verlassen, das dürre Gras, dort, wo es noch Gras hat, ziemlich hoch.
Und jetzt auf Hydra. Dank Google Maps finde ich ihn, nirgends ist der Weg angeschrieben, wie hier auf der grandiosen griechischen Insel auch kaum Wege angeschrieben sind; ich laufe durch viele enge Gassen, an Tavernen vorbei und weissen Häusern und einige, sehr viele Treppen hoch, und kann mir gar nicht vorstellen, dass es an diesem Ort, der an den Hängen rund um den Hafen klebt, wie ein Hufeisen, einen Fussballplatz geben kann, zwischen all den Häusern und Gassen.
| Training in der Sommerhitze |
Doch da, plötzlich, hinter einer hohen Mauer, ist er, ich höre zuerst nur Kinder schreien, sie spielen, und sehe sie dann, wie sie vergnügt auf eines der beiden Tore schiessen.
Und welch grossartiges Bild hier oben. Häuser stehen rund um den Platz nahe an der Seitenlinie, auf der einen Längsseite hat es einige steinige Treppen, da sitzen die Zuschauer, wenn sie dann zu den Spielen kommen. Einer von Hydra sagt, es kämen immer ganz viele, das Stadion sei dann voll, er sagt es stolz: Das Stadion! Und: Voll!
Es gibt eine kleine Tafel, sie ist dem Bürgermeister gewidmet, der 2014 dafür gesorgt hat, dass der Platz neu gebaut wurde, vor allem ein Kunstrasen musste es sein, vorher wurde auf Sand gespielt.
Leider sah ich kein Spiel, der Klub heisst Hydra Sports Club, denn ein zweites Mal bin ich nicht hochgelaufen, ich wäre nochmals ausser Atem gekommen, wobei die Aussicht, wenn man noch etwas höher steigt, noch viele Treppen höher, und von dort auf den Platz sieht, einzigartig ist, mit dem Meer, dem Hafen, den Schiffen, am Abend der untergehenden Sonne am Horizont als Kulisse.
Wenn es eine Rangliste geben sollte mit den schönsten Fussballplätzen der Welt, Hydra müsste weit vorne stehen.
Der Platz – halt, der offizielle Name ist: Sports Stadium – dient übrigens auch als offizieller Landeplatz für Rettungshelikopter. Anderswo könnte an diesem Ort keiner landen, auf dieser Insel ohne Autos, nur mit Eseln und sehr vielen Katzen.
Das mit den Autos stimmt nicht ganz. Es gibt eines, ein kleines, das wenigstens in Hafennähe Abfall entsorgt. Und zwei stehen neben einem Gebäude, beide sind rot. Sie dienen der Feuerwehr, wobei die Frage berechtigt ist: Wie um blauen Himmels Willen kann man mit ihnen einen Brand löschen?
Und bis, sollte es wirklich passieren, im Notfall die Esel am Brandort ankämen, wäre es sicher zu spät. Die Nummer für die Feuerwehr heisst 199. Inselbewohner würden helfen und immer mit Kübeln kommen.
Der Platz – halt, der offizielle Name ist: Sports Stadium – dient übrigens auch als offizieller Landeplatz für Rettungshelikopter. Anderswo könnte an diesem Ort keiner landen, auf dieser Insel ohne Autos, nur mit Eseln und sehr vielen Katzen.
Das mit den Autos stimmt nicht ganz. Es gibt eines, ein kleines, das wenigstens in Hafennähe Abfall entsorgt. Und zwei stehen neben einem Gebäude, beide sind rot. Sie dienen der Feuerwehr, wobei die Frage berechtigt ist: Wie um blauen Himmels Willen kann man mit ihnen einen Brand löschen?
Und bis, sollte es wirklich passieren, im Notfall die Esel am Brandort ankämen, wäre es sicher zu spät. Die Nummer für die Feuerwehr heisst 199. Inselbewohner würden helfen und immer mit Kübeln kommen.
Nächste musikalische Lesung:
Sonntag, 29. November, 11 Uhr
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