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«Ä grosse Mätsch gsy»

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Diesen Blog-Beitrag auch hören!   Es war wie an jenem Abend im April 2018, es war damals fast schon eine laue Sommernacht, es war vor allem eine laute Nacht, halb Bern auf den Beinen, die Young Boys hatten seit ewig wieder einmal etwas Grosses gewonnen, waren Meister geworden. Der letzte Zug zurück nach Zürich war weg, im Wankdorf, das damals noch Stade de Suisse hiess, sangen immer noch Zehntausende zu Liedern von Kuno Lauener oder Patent Ochsner, Berner feierten Berner, und beim Warten auf den ersten Zug, es wurde schon langsam hell, wurden Menschen zu Freunden, die man nie zuvor gesehen hatte und denen man wahrscheinlich auch nie mehr begegnen wird. Es war wie damals. Und doch war es anders, diesmal, an diesem Dienstag im September 2021. Die Berner und Bernerinnen, viele Frauen waren im Stadion, staunten vor allem über ihre gelbschwarze Liebe, sie konnten lange gar nicht glauben, was sie sahen, und als der Riese aus Manchester 1:0 in Führung gegangen war, und er, die Nummer 7, d...

Herzlos

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Abschied von Guillaume Hoarau auf Facebook: 18. August 2020. Es ist vernünftig. Es ist logisch. Es ist folgerichtig. Es ist plausibel. Es ist bedacht. Es ist berechnend. Es ist begründet. Es ist schlüssig. Es ist triftig. Es ist planmässig. Es ist konsequent. Es ist stringent. Es ist einleuchtend. Es ist ... Nein: Es ist einfach nur traurig. Nur das. Er ist 36. Er ist immer wieder verletzt. Er war teuer. Stimmt alles. Es gab viele Gründe. Aber: Guillaume Hoarau wird fehlen. Es ist herzlos von YB. «Ne me quitte pas», so schien Hoarau in den letzten Wochen immer wieder zu schreien, auf die leise Art, wie es auch seine Art sein kann, er schrieb einmal: «I boue mir mini Tröim uuf rund um di», es tönte wie eine Bitte an YB. Sie blieb unerhört. Brel sagte einmal, «Ne me quitte pas», sei kein Liebeslied, sondern eine Hymne an die Feigheit des Menschen. Es ist nicht feige von YB. Aber es endet eine Liebesgeschichte. Nicht nur zwischen einem Fussballer und einem Klub. Vielleicht gibt es einen l...

Gitter statt Glitzer

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YB, zum dritten Mal Meister: Sion, 31. Juli 2020. Es ist wie bei einem Geburtstagsfest, und es ist ein ganz besonderer Tag, eine besondere Zahl. Man hatte alle eingeladen, die man kennt, es ist eine riesige Party, man tanzt, man lacht, man gratuliert und umarmt sich und kommt sich nahe, es ist eine Nacht ohne Ende, ein rauschendes Fest, und alle sind glücklich, und noch Jahre später werden alle davon erzählen, die dabei waren. Und davon schwärmen, und jeder und jede hat sein eigenes Erlebnis aus dieser schönen Sternennacht. Es war unvergesslich, vielleicht wird es nie mehr ein solches Fest geben. Es ist wie ein Geburtstagsfest in einem kleineren Rahmen, man sitzt zusammen auf dem Sofa und stösst an und feiert ein wenig, man hat es lustig und ist vergnügt, aber es ist eben doch kein besonderer Tag, nicht mehr so, wie es im Jahr zuvor war, bei diesem aussergewöhnlichen Fest damals. Es ist wie ein Geburtstagsfest, aber es ist etwas kompliziert, etwas planlos, man wusste nicht genau, soll...

Der Ewige geht

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Marco Wölfli und sein Lächeln beim Abschied: Bern, 3. August 2020. Achtung, das ist Kitsch. Fussball-Kitsch. Gelb-schwarz gefärbt. Einer, der ewig da war, geht. Spielte ein letztes Mal, zumindest in einer Meisterschaft, zog nochmals seine Handschuhe an, lächelte wie er stets freundlich lächelte, auch wenn es für ihn wenig zum Lachen gab. Sein Lächeln war irgendwie immer auch ein Schmunzeln.  «Es isch guet, dä richtig Moment», sagt Marco Wölfli, die Nummer 1, die zwar in den letzten sechs Jahren meistens die Nummer 2 sein musste und dies ohne Murren tat. 38 ist er bald, und erst 17 war er, YB zweitklassig, Nationalliga B hiess das damals, als er im Oktober 1999 erstmals im Tor stand. Er erlebte den Abschied vom alten Wankdorf, spielte vorübergehend im Neufeld, dann im neuen Wankdorf, das bis vor kurzem Stade de Suisse heissen musste. Er prägte eine lange Geschichte. Wölfli geht, und alle wissen, dass der Ewige ewig im Kopf bleiben wird. Als Berner Legende. Als einer, der für YB steh...

28.4.2018: Das Glück in Bern

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Ä gäub-schwarzi Nacht: Bern, 28. April 2018. Der Fussball, rückblickend, besteht immer wieder aus einzelnen Momenten. Die immer im Kopf bleiben. Von denen man immer wieder erzählt. Damals. Der 28. April 2018 war so ein Moment. In Bern. Der Samstagabend, als YB Meister wurde. Die Momente im Stadion. Musik von Kuno, das Glück, das «irgendeinisch eim fingt», immer wieder der gleiche Song, der zu den Young Boys passt, die so lange warten mussten, auf diesen Tag, endlich Meister nach 32 Jahren, viele Tausend tanzen auf dem Rasen. Büne natürlich auch, mit seinem «Scharlachrot», dabei war alles nur gäubschwarz, eine ganze Stadt. Die Toten Hosen schepperten über den Lautsprecher, «Tage wie diese», es war schon weit nach Mitternacht; Campino singt von der Unendlichkeit und wie wir uns treiben lassen und schwimmen sollen mit dem Strom, ohne ein Ende in Sicht, an Tagen wie diesen. Lo & Leduc traten zu später Stunde oben im Logebereich noch live auf, «0-7-9 het sie gseit», alle ...