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«Mir isch glich»

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  Blog-Nr. 361   Ein Filmtipp Zum Glück gibt es noch Kinos. Hingehen und zwei Stunden lang durch nichts abgelenkt sein, nur dasitzen und auf die Leinwand schauen, an einem solch trüben und grauen Herbstnachmittag, trüber kann er eigentlich gar nicht sein, aber irgendwie doch poetisch und schön, so scheint es wenigstens, wenn man wieder hinausgeht, der Himmel ist immer noch grau, die Menschen hetzen durch die Gassen der Altstadt. Aber es waren eben zwei poetische Stunden. Zum Schmunzeln, zum Lachen, zum Nachdenken, zum, ja auch, Glücklichsein, wegen kleinen Dingen, menschlichen Situtionen und zuletzt auch der traurigen Erkenntnis: Die Welt hat zu wenig von ihnen, es fehlen heute die Clowns. Der letzte grosse, der uns zum Lachen und zum Lächeln brachte, ist vor bald einem Jahr gestorben, 72-jährig: Gaston Häni oder eben nur Gaston , der dumme August mit dem, wenn er lacht, breiten Mund,  der Fistelstimme und dem faltigen Gesicht, dem viel zu weiten Schlabberanzug und den au...

Stammtisch und Stürm

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Diesen Blog-Beitrag auch hören!     Es ist wie eine «Tagesschau» an einem Morgen im Bistro im Seefeld, an einem kleinen Tisch, Espressi werden serviert. Zuerst zum Wetter: «Ein so schöner Tag, es schneit», sagt der, der eben eingetreten ist, zwei seiner Kollegen, über 60 alle, sitzen schon etwas länger da. Schön sei es, sagen die zwei, alles sei schön, und sie reden jetzt über den Sonntag. 62 Prozent, das sei ein deutliches Signal, zum Glück, und dann reden sie, ohne Übergang, vom FCZ und auch der habe endlich das Glück, das ihm gefehlt habe und wer wisse, wohin das noch führen könne; dann fragt einer, ob sie es auch gesehen hätten, wahnsinnig sei es gewesen, und er redet von Adele und ihrem Konzert in Los Angeles, das am Fernsehen zu sehen war, und dann über Tempo 30, das sei schon gut, aber überall könnten sie es in Zürich doch nicht einführen, alle nicken. Und dann fragt der, der zuletzt gekommen war, ob sie es auch gehört hätten, dieser neue Virus aus Südafrika, und wieder...

Russi verliert wieder

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Diesen Blog-Beitrag auch hören!   Bernhard Russi und Franz Klammer in Zürich beim 17. Zürich Film Festival Sie sahen aus wie damals, oder sagen wir: fast; der eine ist inzwischen 67, der andere 73 Jahre alt und hat immer noch längere Haare, nur sind sie jetzt grau. Sie erinnern an damals, als ganz Österreich und die halbe Schweiz an diesem Samstag, 5. Februar 1976, vor dem Bildschirm sassen und fieberten, und es kaum ausgehalten hatten vor knisternder Spannung, 45 Jahre sind es her. Abfahrt bei den Olympischen Spielen in Innsbruck am Patscherkofen, 60 000 am Pistenrand, strahlender Sonnenschein, und das Duell: Franz Klammer gegen Bernhard Russi. Es ist vielleicht das grösste Duell, das es je im Wintersport gab, das spektakulärste, das verrückteste. Der Techniker gegen den Wilden, der Stilist, der an diesem Tag auch wild fuhr, der Wilde, der noch verrückter fuhr. Der, der zuvor alles gewonnen hatte, seit neun Rennen ungeschlagen, gegen den, der nach 1972 nochmals Olympiasieger werd...