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Mit Diego und Lionel

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Gesehen, gelesen, gehört – Der Katar-Blog (Nr. 20)     Als Einstieg zu einem unvergesslichen und dramatischen Spiel, dem besten Final, den je eine Fussball-Weltmeisterschaft sah, ein Video. Mit Diego, aber mit einem Diego, der zwar wegen Diego, dem Grossen, so heisst, aber erst acht ist und beim FC Fällanden spielt. Es gab an diesem Sonntag beim Hallenturnier in Effretikon auch ein Penaltyschiessen im Final. Diego war Torhüter, aber er musste zuletzt ebenfalls schiessen. Wie abends in Katar dann Messi, Mbappé und andere. Diego, 8, und sein Penalty ( Video Youtube ) Und dann kam der der Final in Doha im Lusail Stadium, die Bilder dazu von hier vor dem Bildschirm, im Ristorante Totò im Zürcher Seefeld und zu Hause in einer Wohnung in Küsnacht. Bereit für das Spiel im Totò: Lionel und Diego, der Grosse   Messi lautstark bei der Hymne Vier Kerzen auch für ihn Fussballfieber in der Kälte Argentinien feiert Lionel, 13, jubelt mit Lionel, 35 Aber auch Mbappé jubelt Konzentratio...

Messidona

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Gesehen, gelesen, gehört – Der Katar-Blog (Nr. 19)     Es gibt auf Youtube hunderte von Videos von ihm, seine Dribblings und Pirouetten, seine Pässe, seine Schüsse, seine Tore, Lionel Messi als fussballerische Kunstfigur. Und es gibt auch einige von früher, vom kleinen Messi, auf einem holprigen und nicht sehr grünen, sandigen Platz in Rosario, seiner Geburtsstadt in der Provinz Santa Fé in Argentinien, und im rot-schwarzen Leibchen seines Jugendclubs, den Newell’s Old Boys. Achtjährig ist er auf diesem, seit kurzem spielt er im Verein, er ist kleiner als fast alle anderen, schmächtig und dünn, und die weisse Nummer 10, die er schon damals trug, ist fast grösser als das Leibchen. Und wie alle Kinder will er auch einfach den Ball. Alle Kinder rennen ihm immer nach, überall auf der Welt, auf einem Haufen meistens, und erst, wenn sie nicht mehr können, bleiben sie stehen. Aber er, der achtjährige Messi in Rosario, hat den Ball praktisch immer, er dribbelt und dribbelt und dribbel...

Fragen, nur Fragen

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Gesehen, gelesen, gehört – Der Katar-Blog (Nr. 18)     Warum bemüht sich die Stadt Zürich nicht um das WM-Stadion «974», benannt nach der internationalen Vorwahlnummer Katars und zusammengebaut aus ebenso vielen Schiffscontainern? Es wäre gratis zu haben, nur die Transportkosten müssen übernommen werden. Zürich hätte somit bald sein Fussballstadion, aufstellen könnte man es auf der Landiwiese, damit die Container einfach umgeladen werden könnten. Lässt sich Ronaldo nun seine Haare wachsen und föhnt sie nicht mehr, damit ihm auch jene Tore zugeschrieben werden, die der VAR mit Hilfe eines Mikroskops bei 400-facher Vergrösserung sehen kann? Der soziale Frieden in der Schweiz sei gefährdet, sagt R.K. aus K., Politiker und Verleger, und nennt Granit Xhaka nach dem Spiel gegen Serbien und seinem Verhalten eine Schande für unser Land. Und unerträglich sei auch, dass die meisten Schweizer Spieler die Nationalhymne nicht singen würden, auch in unseren Schulen werde das nicht mehr geta...

10 gegen 10

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Gesehen, gelesen, gehört – Der Katar-Blog (Nr. 17)   Es wäre schön gewesen, Messi gegen Neymar, im Final am nächsten Sonntag die Nummer 10 der Argentinier gegen die Nummer 10 der Brasilianer. Und im Himmel würde Maradona zuschauen und in einem Spital in Sao Paulo der schwerkranke Pelé, der um sein Leben kämpft. Mit Pelé, damals 1958 in Schweden, er war erst 17, begann die Geschichte mit der Nummer 10 im Fussball, obwohl Pelé gar keine klassische Nummer 10 war. Die 10 steht im Fussball für Magie, für ein Genie; wer sie trägt, übernimmt Verantwortung, ist ein Dirigent, der Chef, die Seele seiner Mannschaft. Die Nummer ist ein Mythos, sie kann auch eine Last sein, für den, der sie trägt. Wir erwarten immer Aussergewöhnliches, etwas Spezielles, etwas, das nur er - oder auch eine sie - mit dem Ball macht und kann. Die Liste in der Geschichte ist lang und sie erweckt Erinnerungen: Eben Pelé, eben Maradona, Puskas, Rivera, Totti, Baggio, Gullit, Hagi, Zidane, oh Sisou!, Platini, Netzer, ...

Bichsels Langeweile

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Gesehen, gelesen, gehört – Der Katar-Blog (Nr. 16)   Sätze sind manchmal wie ein schöner Spielzug. Wie dieses zauberhafte dritte Tor der brasilianischen Sambatänzer gegen Südkorea. Schönste Poesie. Wie es Sätze sein können. Ich dachte daran, an diesem Donnerstag, als in Katar nicht gespielt wurde. Keine Ballpoesie. Aber solche mit Buchstaben. Peter Bichsel, 87, der Mann der schönen Gedanken und Sätze, sagte es in einem langen Interview in der NZZ. Die Frage lautete: «Sie waren also ein glückliches und zugleich trauriges Kind?» Und die Frage wurde gestellt, weil Bichsel vorher sagte, er sei als Kind pessimistisch gewesen, Traurigkeit könne auch ein sehr angenehmes Gefühl sein, und er lasse sich die Traurigkeit nicht nehmen. Wenn er sich richtig erinnere, habe er schon als Kind so gelebt, allerdings in einer guten Umgebung. Bichsel antwortete also auf die Frage: «Ja, ich kann mich, auch ohne zu leiden, langweilen. Ich kann hier sitzen und nichts tun und merke nicht einmal, dass ich d...

Bisch no da?

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Gesehen, gelesen, gehört  – Der Katar-Blog (Nr. 15)   Luca, der Architekt, und Bruno, der Werber, haben sich an diesem Morgen nicht zu ihrem täglichen Espresso in ihrem Bistro im Zürcher Seefeld getroffen. Sie wollen sich optimal auf das abendliche Spiel vorbereiten, und sie schauen sich Portugal gegen die Schweiz zu Hause an, jeder für sich. Für so ein Spiel brauche man Ruhe, sagt Luca. Bruno, der eigentlich die WM boykottieren wollte, schaut seit dem Serbien-Spiel doch zu, aber eben nur alleine in seinem Schlafzimmer, die Läden runtergezogen. Aber sie schreiben sich SMS-Nachrichten. Luca, 18.42 Uhr Hast du es gesehen? Bruno, 18.43 Uhr: Waaas? Ich bin noch beim Apéro in meiner Bar, habe eben meinen Campari Spritz ausgetrunken. Ich gehe jetzt dann nach Hause. Luca , 18.45 Uhr Wir haben ein Freilos. Bruno , 18.46 Uhr ??? Luca, 18.48 Uhr Die Spanier sind raus! Unser Weg ist offen. Portugal, im Viertelfinal, dann Marokko, im Halbfinal vielleicht Frankreich, die haben sowieso A...

Grosses kleines Spiel

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Gesehen, gelesen, gehört – Der Katar-Blog (Nr. 14)   Ein Bild in der Nacht, halbwach träumend, unscharf, aber es hat mit der WM in Katar zu tun, mit den Schweizern, und wie es wäre, an diesem Dienstagabend in Doha auf dem Rasen des Lusail Iconic Stadions zu stehen, vor 80 000 Zuschauern. Das Bild im Traum zeigt ein Kind, irgendeines, es könnte ein Enkel sein, ich sehe nur seinen Rücken, es läuft weg und dribbelt, den Ball an seinem linken Fuss. Dribbelt, und dann wird das Bild ganz unscharf, ich schlief wohl wieder ein. Wohin führt sein Dribbling? Wohin führt sein Weg einmal? Ich war am Samstagnachmittag an einem Chlausturnier eines Fussballclubs, die Kinder, Buben, Mädchen, waren 8 oder 10, sie trugen Leibchen von Ländern, die an der WM teilnehmen, Brasilien, klar, die Schweiz, Portugal, Spanien, andere. Sie taten es mit Spass, sie jubelten, wenn sie ein Tor schossen, sie waren (kurz) traurig, wenn sie verloren hatten, aber sie zeigten alle Leidenschaft, sie schauten auch auf die ...