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Endlich da: Hydra

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Blog-Nr. 480 Erstmals einen Song von ihm wahrgenommen in den siebziger Jahren. Ein erstes Konzert wohl in Basel, vielleicht in Montreux, ja, ich glaube, es war am Genfersee beim Jazzfestival. Auf der Piazza San Marco in Venedig erst später, es regnete damals den ganzen Tag bäche- oder kanäle-voll, wir mussten über provisorische Holzstege zum Platz, aber es war wunderbar, wir völlig durchnässt. Und Barcelona. Und Wien, klar in Zürich, mehrmals, zweimal Kongresshaus, sonst im Hallenstadion, Mailand, Stassburg, Lörrach, es war ein Open-Air, Genf, München, Berlin. Viele Male. Er stets mit dreiteiligem Massanzug, meistens Krawatte, dunklem Fedora-Hut, den er jeweils vom Kopf und vor seine Brust nahm, sich vor dem Publikum verbeugte, niederkniete, irgendwie demütig, etwas verlegen, fast schüchtern, aber immer würdevoll, und sich so bedankte. Mit warmen Worten. «I Tried to Leave You» sang er zuletzt bei seinen Konzerten meist, das Mikrofon fest in seine Hände gedrückt, so möchte man alt werd...

Fredy, der damals Heino war

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Blog-Nr. 479 Eine musikalische Lesung in Mettmenstetten Da sei Roberto Blanco, hörte Fredy Bickel damals am Telefon, es war in den Neunzigerjahren, und er war bei den Grasshoppers, als diese noch eine stolze Marke im Fussball waren, Technischer Leiter. Er sass spät abends in seiner Wohnung in Mettmenstetten. Dann sei er der Heino, sagte Bickel, schlagfertig wie er ist. Blanco, deutscher Sänger und Entertainer, er sei wirklich Blanco, sagte er, wollte Tickets für ein GC-Spiel, damals noch begehrt. Sie waren am Telefon bald der Roberto und der Fredy. Das war die erste Geschichte bei der musikalischen Lesung an diesem sommerlichen Pfingstsamstag im Mai – und aus einem besonderen Grund. Fredy Bickel ist jetzt Gastronom, zusammen mit seiner Frau, Regula Esposito , bekannt als Helga Schneider auf den Comedy-Bühnen, führen sie das Gasthaus zum weissen Rössli , ein altes Haus, immer wieder wunderbar renoviert, in Mettmenstetten im Säuliamt. Im Schimmel Saal mit Wein und Fussball-Erinnerungen...

Wo liegt Elversberg?

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Blog-Nr. 478 Wir haben den FC Thun: Aufstieg, gleich Schweizer Meister.  Doch es gibt in diesen Tagen noch andere märchenhafte Fussballgeschichten. Ein Verein, eine Sportvereinigung 07, nicht aus einer Stadt, auch nicht aus einer kleinen, auch nicht aus einem Dorf, es ist nur ein Ortsteil. Es halten hier keine Züge, auch nicht verspätet, es hat gar keinen Bahnhof, immerhin zwei Tankstellen. Auf der Booking-Plattform wird nur ein Hotel aufgelistet, mit 27 gemütlichen Zimmern, ab 90 Euro.  Das Stadion hat nur 10 000 Plätze, es wird im Moment eine neue Nordtribüne gebaut, dann sind es 15 000, mehr als der Ort Einwohner hat. Das Stadion heisst offiziell Ursapharm-Arena, aber alle sagen nur Kaiserlinde, die Linde, die den Namen gab, steht allerdings nicht mehr, ein Orkan hat sie umgehauen. Die Spielerkabinen sind in Containern untergebracht, sie stehen nebenan auf einer Wiese, eine der neun dient als Mannschaftsdusche, eine als Toilette. Die Busse halten mitten auf der Landstrasse,...

Handschuhe im Netz

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Blog-Nr. 477 Mit 33 Abschied, mit 40 Fortsetzung* Die Handschuhe eines Torhüters hängen im Netz. Weil er sie nicht mehr braucht. Weil er mit ihnen keine Tore mehr verhindern will. Er wird bald 33. Das beste Alter für einen Torhüter, sagt man. Aber Yanick Brecher mag es nicht mehr. Nicht die Nummer 1 sein; die Nummer 25 trug er, 20 Jahre war er beim gleichen Klub, immer bei nur einem Klub, 367 Spiele beim FC Zürich. Weil im Klub ein junger, talentiert wie Brecher als Junge auch war, Torhüter auf seine Chance wartet und diese auch verdient, will Brecher nicht mehr. Es ist nicht der einzige, aber ein wichtiger Grund für den Abschied. Er hatte keine Lust, fortan die Nummer 2 zu sein. Und mag auch nicht anderswo, bei einem anderen Klub, nochmals die Nummer 1 (oder 25) sein. Yanick Brecher: Der Abschied mit seinen Kindern Ein anderer dagegen mag es. Er ist kürzlich 40 geworden. Er macht beim Klub, bei dem er seit 15 Jahren im Tor steht, ein weiteres Jahr weiter. Und seit gestern Abend ist (f...

Besser nicht lesen

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Blog-Nr. 476 Seite 1 : «Die wirtschaftliche Lage Irans ist katastrophal. Vor dem Krieg kostete ein Dollar 800 000 Rial. Heute sind es 1,8 Millionen.» Seite 2: «Trump ging nach Peking, um handfeste Handelsgeschäfte abzuschliessen. Er stellte phantastische Deals’ in Aussicht. Vor seiner China-Reise investierte Donald Trump Millionenbeträge in Apple- und Nvidia-Wertschriften.» Seite 3 «Die Monarchien am Golf beschränken sich nicht mehr darauf, amerikanischen Schutz zu suchen – sie greifen offenbar selber militärisch gegen Iran ein.» Seite 3: «Kuba sei das nächste Ziel, sobald man mit Irans Regime fertig sei, droht Trump.» Seite 4: «Andri Jermark sitzt in Untersuchungshaft. Wusste Selenski von den Machenschaften seines Stabschefs?» Die Samstagsausgabe der NZZ. Es geht aber nicht um eine bestimmte Zeitung. Es könnte auch eine andere sein. Es ist nur so: Manchmal wäre es besser, keine Zeitung zu lesen. Versöhnlich immerhin dieser Satz: «Verschwände diese Beiz, es würden nicht nur Daumen,...

Du und ich

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Blog-Nr. 475 Nur du und ich und ich und du und ich bin dein du und du mein ich und du bist du und ich bin ich weil ich dein du lasse und du mein ich weil wir  ich sein dürfen ich ich  du du sind wir wir fw./13.5.26 Unter dem Label «Gedichte»  gibt es in meinem Blog frühere Texte Liebe Freundinnen und Freunde, Übernächstes Wochenende lesen (Kolumnen, auch Texte von früher) und spielen (u.a. Songs von Dylan, Cohen, Springsteen, Matter) wir wieder: – Am  23. Mai 2026,  es ist der Pfingstsamstag. – An einem besonderen Ort: Im Gasthaus  zum weissen Rössli  in  Mettmenstetten  im Säuliamt. – Mit besonderen Gastgebern: Regula Esposito (als Künstlerin: Helga Schneider) und Fredy Bickel (Fussball). –  Ab 18 Uhr , also bliebe nachher genügend Zeit, die wunderbare Kochkünste im schönen Gasthaus zu geniessen. Wir würden uns sehr freuen, es hat noch einige wenige Plätze: Fredy und Lukas Übrigens:  Mit ÖV (S5) gut erreichbar, aber es hat auc...

Flicks Sonntag

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Blog-Nr. 474 Es war schon fast Mitternacht an diesem Sonntagabend in Barcelona, und Hansi Flick stand mit einem Mikrofon in der Hand auf dem Rasen des Camp Nou, begann seine kurze Rede auf katalanisch, «Bona nit, culers», schöner Abend, Fans, culers werden die Fans von Barça genannt, und später sagte der deutsche Trainer der Katalanen, niemals habe er so viel Liebe gespürt. So viel Liebe wie an diesem Sonntag – an einem Tag mit so viel Schmerz für ihn. Am Morgen hatte er von seiner Mutter den Anruf bekommen: Der Papa ist gestorben. Aber am Abend wollte er Trainer seiner Mannschaft sein, es gab im Stadion eine eindrückliche Schweigeminute, mit wässrigen Augen stand und sass er am Spielfeldrand und erlebte, wie er sagte, seinen schönsten Moment als Fussballtrainer, sicher der emotionalste : Mit dem 2:0 gegen Real Madrid, ausgerechnet gegen Real, den ewigen Rivalen, wurde Barcelona spanischer Meister. Trauer und Glücksgefühle bei einem der eindrücklichsten Trainer der Gegenwart. Vor sechs...

Märchenhafter Sommer

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Blog-Nr. 473 Ein neues Buch von Ronald Reng Dies vorweg: Es ist keine Buch- Kritik , dafür ist Ronald Reng ein zu lieber Kollege, dessen Texte ich schon früher, als er noch Sportreporter war, sehr gerne gelesen habe. Und ich schrieb auch einige Male über ihn, 2008, bei der Fussball-Europameisterschaft in einem Tagebuch über seine Reise quer durch die Schweiz, wie er in Bauma im Zürcher Oberland landete, auf dem Weg von Neuenburg nach Innsbruck, weil das Tourismusbüro Winterthur ihm dort ein Zimmer gebucht hatte ( siehe Link unten). Jahre später besuchte ich ihn in Barcelona, er war Korrespondent dort und hatte eine eindrückliche und einfühlsame Biografie über den Torhüter Robert Enke geschrieben, der gegen seine Depression kämpfte und nur noch den Tod als einzigen Ausweg sah. Reng sagte damals in einem langen Gespräch: «Ich hatte vorher ein sehr rudimentäres Wissen von Depressionen. Nach diesen Recherchen, bei denen ich auch mit sehr vielen Psychologen und Psychiatern geredet und sehr...