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Schwitzen mit den Hosen

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Blog-Nr. 486 24 Stunden zuvor versank Zürich im Wasser. War es abends um acht dunkel und der Himmel schwarz, und die Welt schien unterzugehen, nichts ging mehr in der Stadt. Und jetzt ist er nur blau, brennt die Sonne vom Himmel, über 30 Grad noch, jeder Schritt ein Kampf gegen den Schweiss. Und wir tanzen und hüpfen und springen und wippen. Wir singen oder johlen oder summen oder grölen auch. Und vor allem schwitzen wir. Sind nass. Nicht, weil es regnet, wir sind pflotschnass von diesem Gewitter da vorne im Stadion bei brütender Hitze. Von diesen Liedern, der Musik, von den lauten Tönen, dem Geschrei, manchmal wie ein Motor, der aufheult, wie ein wilder Sturm, sie ballern auf der Bühne, schiessen aus allen Rohren, es knallt, aber dann gibt es auch immer wieder die leisen Momente. Punk, Rock und Poesie. Mit Songs von früher und neuen. Mit Texten wie diesen: «Ich soll dich grüssen von den Anderen / Sie denken alle noch ganz oft an dich / Und dein Garten, es geht ihm wirklich gut / Obwoh...

No einisch der gliich Diego si

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Blog-Nr. 485 Ein Buchtipp: «Mit linggs» von Pedro Lenz Es ist WM, auch in Mexiko, auch im Aztekenstadion, und weil damit so manches in den Kopf kommt, über den Fussball von damals, und weil man dabei denkt, es fehlen heute Figuren von einst, auch weil es früher ein Turnier mit weniger Mannschaften war, mit 16 oder 24 und nicht 48, mit weniger Spielern, die man sich merken konnte, aber natürlich vor allem mit einem; und eben Mexiko, eben das Aztekenstadion, dieser 22. Juni 1986, ein Sonntag, Argentinien gegen England: Diego Armando Maradona und seine beiden Tore, mit dem Fuss und der Hand Gottes, und wie der uruguayische TV-Reporter auf der Tribüne in sein Mikrofon schrie: «Genio, genio, genio… ta, ta, ta goooooooool! Quiero llorar, Dios santo, viva el fútbal… golaaaazooo Diegoool!» Alles das steht in spanisch auf zwei Seiten in diesem Buch, aber sonst ist alles auf Berndeutsch geschrieben, und dann heisst es so: «Genie, Genie, Genie… Ta, ta, ta Goooooooool! I wett gränne, Heilige Gott,...

Verliebt auf Hydra!

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Blog-Nr. 484 Verliebt. Eine Frau seit 30 Jahren immer wieder mal irgendwo gesehen. Nie mit ihr geredet. Nie berührt. Nur immer wieder geträumt von ihr.  So war es. Mit diesem Ort. Dieser kleinen Insel. Und der Geschichte zu dieser Insel. Die auch mit einer Liebe zu tun hat. Mit der Liebe, die Leonard Cohen dort fand, mit seiner Marianne. Sie hielt nicht ewig. Aber sie war eine Liebe fürs Leben. «So long, Marianne». Deshalb nach den Texten noch diese Fotogeschichte. In 28 Bildern. Über Hydra. Mit der Ankunft in Athen und dort dem Ende der Reise.   1. Damals, Leonard Cohen und seine Marianne im Hafen von Hydra 2. Athen: Die Insel ist nahe 3. Noch eine Ecke mit der Fähre 4. Schöner als im Traum 5. Die erste Katze (von ganz vielen) 7. Der erste Esel (von vielen)   8. The Pirate Bar, wo auch Cohen immer sass 9. Und abends manchmal Gitarre spielte 10. Seine Gasse hoch oben 11. Und dann: Das Haus von Cohen 12. Sein Film, im Freiluftkino 13. Und immer wieder Katzen 14./15. Und si...

Platz mit Aussicht

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Blog-Nr. 483 Es gibt das imposante Bernabeu mitten in Madrid, das Camp Nou in Barcelona wird ein Bijou, wenn es einmal fertig ist, das Wembley schrieb Geschichte, das Aztekenstadion in Mexico-City wird immer mit Diego in Verbindung bleiben, die Allianz Arena in München ist manchmal ein Wohnzimmer, dem ehrwürdigen San Siro in Mailand werden wir bald nachtrauern müssen. Es gibt wunderbare Stadien und Fussballplätze auf dieser Welt, einige sind mit Erinnerungen verbunden. Und es gibt die Plätze, die manchmal mehr ein Acker waren, irgendwo auf dem Lande oder in einem Quartier, auf denen wir an einem Samstagmorgen bei Nässe und Kälte und auch Schnee und vor null Zuschauern kickten. Ich liebe Fussballplätze, suche sie gerne auf Reisen, werde manchmal wehmütig, wenn ich übers Land fahre, sie sind jetzt oft eine grüne und gepflegte Wiese, und wenn ich zwei Tore sehe und denke, wie schön wäre es, noch ein Spiel, ein letztes, ich habe ja mein letztes nicht gespielt, weiss wenigstens nicht, wann...

Auf Leonards Spuren

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Blog-Nr. 482 Mit dem Gefühl durch die engen Gassen gelaufen, immer wieder die Treppen, die vielen, vielen hoch, er komme gleich um die Ecke, mit seiner Gitarre umgehängt, vielleicht gar spielend und singend, oder dann Händchen haltend mit seiner Marianne und verliebten Blicken.  Oder er sitze unten am Hafen, in der Taverne O Pirates, wo er oft sass, manchmal spielte, manchmal etwas aufschrieb, spät nachts Ouzo trank, oder im Café O Katsikas, so hiess es früher, es soll einst auch ein Lebensmittelgeschäft gewesen sein, hier hatte er seine Marianne erstmals gesehen, diese schöne blonde Norwegerin. Und sich sogleich verliebt. So flaniere ich durch Hydra, und als ich ankam vor ein paar Tagen, war es wie ein nach-Hause-kommen, obwohl es noch nie ein Zuhause war, aber die Bilder im Kopf, alles, was ich gelesen und gehört hatte – und es war viel –, es war genauso. Hydra ist wie ein riesiges Gemälde. Und eben hier wegen ihm, und jetzt mit dem Gefühl, er sei doch immer noch auf der Insel, o...