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Posts mit dem Label "Kolumne Espresso" werden angezeigt.

Welt im Umbruch

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Blog-Nr. 468 Eine Espresso-Kolumne* Luca steht da. Ein Gerüst mit dunkler Abdeckung ist rund um das Haus aufgebaut, ein hoher Kran daneben, Handwerker wirbeln umher, und es gibt keine Eingangstür mehr, alles ist zugedeckt. Der Elfer, längst nicht mehr der Zweier oder Vierer, fährt eben vorbei. Er schaut nochmals hoch, er steht am richtigen Ort auf der Lindenstrasse bei der Tramhaltestelle Höschgasse, nebenan, wo einmal das Restaurant Iroquoi war, sieht es auch anders aus, ein anderer Name, Khouris , steht über der Tür, rötlich gefärbt. Und jetzt kommen zwei entgegen, zwei, die Luca kennt, zwar nicht gut, aber sie sassen auch immer im Lokal, das es offenbar nicht mehr gibt. Sie sind ebenfalls irritiert, blicken den blauen Kran an. Sie sind eben aus Südafrika zurück, haben dort wie jedes Jahr überwintert und kennen jeden Golfplatz. Nachdem sie in Kloten gelandet sind, wollen sie hier, an ihrem gewohnten Ort,  es ist jetzt morgens um neun Uhr, einen kurzen Halt machen und etwas trinke...

Entzug

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Blog-Nr. 389 Kolumne Espresso mit Bruno und Luca* Luca, der Architekt, ist verspätet, das ist sonst nicht seine Art, schon von  berufswegen muss er exakt sein. Bruno, der Werber, sitzt im Bistro im Seefeld bereits am runden Tisch, vor sich, das ist auch nicht seine Art, keine einzige Zeitung, nur ein Espresso, wie immer, wenn sich die beiden Freunde treffen. Bruno ist einer, der, kaum ist er in einer fremden Stadt angekommen, gleich den nächsten Kiosk sucht und Zeitungen kauft, manchmal auch in einer Sprache, die er gar nicht versteht oder nur mangelhaft. Aber jetzt sitzt er da, liest nichts, sein Blick ist nicht traurig, aber doch nachdenklich, irgendwie abwesend, er blickt irgendwohin, sieht dann aber Luca. «Hallo», sagt er, «schön, dass du doch noch gekommen bist.» Sie schmunzeln, aber natürlich nimmt es Luca wunder, warum sein Freund zeitungslos einfach hier sitzt. Bruno sagt, er sei auf Entzug. Entzug von dieser Welt mit diesen täglich schrecklichen Nachrichten, diesem Kriegs...

Verliebt

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Blog-Nr: 347 Es gibt solche Phasen in einem längeren Leben, und es hat nichts damit zu tun, dass eine Liebe oder Freundschaft zerbrochen ist und man sich nichts mehr zu sagen hat, froh ist, dass man sich nicht mehr zufällig irgendwo begegnet. Freundschaften, weniger Liebe, haben manchmal eine Pause, nicht gewollt und schon gar nicht abgemacht, aber bei ihm (oder ihr) hatte es plötzlich andere Prioritäten gegeben, vorübergehend, beruflich, privat, warum auch immer. So war es auch bei Bruno, dem Werber, und Luca , dem Architekten, den beiden Freunden, die sich jahrelang fast jede Woche am Montagmorgen im Bistro im Seefeld zu ihrem Espresso – oft waren es auch mehrere, und es gab noch, zwar eher selten und dann blieben sie bis fast Mittag, etwas anderes in einem kleinen Glas dazu – getroffen haben, um über die Welt, die grosse, also grundsätzlich, und weniger, wie bei Männern meist, über die kleine Welt, also die eigene und damit Gefühle zu reden. Doch jetzt sitzen sie wieder da. Die Beg...

Tipi da spiaggia

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Blog-Nr. 317 Es begann mit einer SMS. «Ich muss mit dir reden», schrieb Luca, der Architekt, seinem Freund Bruno, dem Werber, und bevor dieser sich Gedanken machen konnte, was denn so dringend sein könnte, kam bereits die nächste Nachricht: «Es ist dringend. Nichts Schlimmes.» Bruno verstand noch weniger: Dringend, aber nicht schlimm? Etwa neu verliebt? Bruno wusste, Luca hatte es ihm beim letzten Treffen nach dem dritten Espresso gesagt, er denke an eine Trennung, denn er habe, seine Augen leuchteten dabei, was bei ihm noch kaum je vorkam, kürzlich jemanden kennengelernt, einen Namen nannte er nicht – aber plötzlich so dringend? Luca? Trennung? Er kennt ihn doch von einer anderen Seite, er ist einer, der in seinem Leben nie etwas überstürzt getan hat, privat und beruflich und selbst beim Kauf eines neuen Autos, allerdings auch fast nie um Rat fragt. Er kann, bei aller Freundschaft, verschwiegen sein. «Wo wollen wir uns denn sehen und wann? Morgen beim Espresso in unserem Bistro?» schr...

Schöne Welten

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Blog-Nr.: 299 Es ist seit Jahren ihr Ritual, immer am zweiten eines neuen Jahres treffen sie sich in ihrem Bistro im Zürcher Seefeld, Bruno, der Werber, und Luca, der Architekt, und an diesem Tag, obwohl es noch Morgen ist, trinken sie keinen Espresso, sondern stossen immer mit einem   Cà del Bosco Franciacorta Brut Cuvée Prestige «Edizione 44»  an, dem edlen, von Maurizio Zanella, du weisst, rufen sie jeweils dem Kellner Toni zu, der nur nickt, weil er natürlich weiss, was seine treuen Gäste wollen. Sie wollen auf ein schöneres Leben anstossen. Bruno sitzt diesmal bereits am kleinen Tisch im Bistro, als Luca beschwingt und fast federnd durch die Türe kommt, vor sich hat er nicht nur eine Tasse, sondern gleich eine ganze Kanne Tee, ein besonderer offenbar, extra für ihn zubereitet, mit Fenchel, Holunder und Honig, und neben ihm liegt eine Monsterpackung von Papiertaschentüchern und ein kleines Gerät, aus dem er sich später immer wieder etwas in die Nase spritzen wird...

38,4°, nicht Corona

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Blog, Nr.278 Bruno, der Werber, sitzt schon an einem Tisch im Bistro, draussen, weil es drinnen viel zu stickig ist, draussen morgens um acht aber auch schon fast 25 Grad, vor sich Wasser und keinen Espresso, und er liest  die Zeitungen  und überall gibt es das gleiche Thema und Tipps dazu, ein Psychologe sagt: Man solle sich täglich wiegen, möglichst zweimal, morgens und abends, nicht nur viel trinken, auch viel Salz sei wichtig, und ein anderer sagt: Später zu Bett gehen helfe auch nichts. Und Sport treiben? Ja nicht, auf keinen Fall. Bruno hat vorgesorgt, sein Krafttraining am Vortag hat er abgesagt, vernünftig schien ihm das. Hitze bedeutet Stress, liest er auch irgendwo, und Krafttraining stresst ihn manchmal selbst im Winter, wenn es draussen schneit. Da kommt Luca, der Architekt, doch noch, er scheint schon mit den Mundwinkeln zu jammern, Bruno ist gefasst auf schlechte Nachrichten, Luca ist einer, der schnell einmal jammert, aber Luca sagt nur eine Zahl: 38,4. Bruno ha...

Luca, der alte

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Die Kolumne «Espresso» lebt auf diesem Blog weiter Luca, der Architekt, humpelt, als er zur Tür des Bistro reinkommt, das sieht Bruno, der Werber, sogleich, es muss sein rechtes Bein sein, er biegt es kaum. He, was ist los? fragt Bruno. Würde er nur Lucas Gesichtsausdruck deuten, müsste es schlimm sein, doch Bruno weiss, dass Luca immer sehr schnell und sehr auffällig leidet. Diesen Blog-Beitrag auch hören! Nachdem sie ihren Espresso bestellt haben, beginnt Luca zu erzählen. Die Enkel haben gewollt, dass er mit ihnen Fussball spielt, er habe sich ins Tor gestellt, früher sei er ja Torhüter gewesen, und er habe sich gefühlt wie Sommer junior, denn mit Sommer senior, dem Vater von Yann, habe er früher mal zusammengespielt; er fühlte sich also so und dachte, er könne sich auch so nach den Bällen werfen, wenigstens dem ersten. Aber er war eben Luca, der alte. Ein Schuss, und Enkel können schon sehr scharf schiessen, eine Parade nach rechts, sie hätte auf einem Video sicher sehr schön ausg...