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Es werden Posts vom September, 2023 angezeigt.

Premiere

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Es war ungewohnt. Vorlesen, was man einmal geschrieben hat. Vor Publikum. Spüren, wie die Leute reagieren auf Worte und Sätze. Nervös war ich. Zum ersten Mal so etwas. Eine Premiere. An einem wunderbaren Ort, in einem romantischen Garten in Winterthur, keine Wolken am Himmel, der Mond fast voll, nur kühl wurde es im Laufe des Abends, ein Sommertag zwar, aber eben Ende September, herbstlich. Texte und Lieder. Das war der Titel. Lukas Langenegger, Sänger, Gitarrist und Songschreiber, er tritt oft im Theater Rigiblick in Zürich auf und spielt in Bands, singt Lieder von Cohen, Dylan, Springsteen, Mani Matter, Züri West, Blondie, den Beatles, Marianne Faithfull, einige zum ersten Mal, also auch für ihn eine Premiere. Er ist sich sonst solche Auftritte gewohnt, ein Song, den ich mir wünschte, weil ich ihn in meinem Leben nie genug hören konnte, spielte er aber zum ersten Mal: «Romance in Durango», von Bob Dylan aus seinem starken Album «Desire». Dylan sang es auf seinen mehr als 3000 Konzert

Zwei Welten

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Blog-Nr. 281   Es ist das gleiche Spiel. Ein grüner Rasen, ein Ball, zwei Tore, elf gegen elf, 90 Minuten. Und doch sind es zwei Welten, erlebt innert 22 Stunden. Die eine Welt, in München, Freitagabend, Anpfiff 20.30 Uhr, in der Allianz Arena, wie immer längst ausverkauft, 75 000 Zuschauer, der Gipfel in der deutschen Bundesliga, der Erste, Bayer Leverkusen, gegen den Zweiten, Bayern München. Die andere Welt, in Küsnacht, Samstagabend, Anpfiff 18 Uhr, im Heslibach, Stadion kann man nicht sagen, 100 Zuschauer (geschätzt), 2. Runde im Zürcher Regionalcup, Nachbar gegen Nachbar, Küsnacht gegen Zollikon. Bayern gegen Bayer, der Superstar, der 100 Millionen Euro oder vielleicht noch einige mehr gekostet hat (Harry Kane), schiesst früh das 1:0, am andern Tag , als in München das Oktoberfest beginnt und «O'zapft is», titelt die «Abendzeitung» aber so: «Späte Wiesn-Video-Watschn». Die Leverkusener hatten in der 94. Minute das 2:2 geschossen, mit einem Elfmeter, der nicht der Schiedsrichte

Weite Wege

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Blog-Nr. 280   Früher, sehr viel früher, als Kind, mit den Eltern in den Ferien, meistens im Tessin, da wusste ich genau, wo der Tabacchino war, unten an der Strasse in Magadino am Lago Maggiore, auf der linken Seite, und bald einmal begrüsste mich der ältere Herr, der immer rauchte, als Stammkunde, der ich ja auch war, in den Ferien. Jeden Morgen war ich bei ihm, nicht vor neun, denn vorher waren sie noch nicht hier, er musste sie jeweils auf dem Bahnhof holen, mit dem Zug, der anfänglich noch eine Dampflokomotive hatte, waren sie gekommen. Und eigentlich überall auf der Welt war es so, an jenen Orten, an denen ich mehr als einen Tag blieb, beruflich oder privat, ich wusste immer, wohin ich gehen musste, zu Fuss in der Stadt oder mit dem Tram, manchmal auch mit dem Taxi, manchmal waren es weite Strecken, aber ich ging hin, lief oder liess mich fahren, es war für mich wichtig, mein tägliches Brot. Und jetzt bin ich auch für wenige Tage im Süden, nicht am langen See, sondern an jenem n