Die Bilder, die bleiben
Blog-Nr. 494
Wie der Orange dem spanischen Captain Rodri den goldenen Pokal entreisst, über den Rasen davonrennt, weil er sagt, diese Trophäe gehöre ihm. Schon bei den Livebildern nach dem Finalspiel war er nur schwerlich daran zu hindern gewesen, noch lange neben den jubelnden Spaniern stehen zu bleiben und sich als narzisstischer Gockel der Welt zu zeigen.
Und diese Bilder sind nicht fake – und widerlich. Von der Kraft des Fussballs wurde in Bilanzen gesprochen, weil die Faszination Ball grösser sei als die Figuren, die den Ball für eigene Interessen benutzen. Grösser als die beiden Best Friends.
Es mag stimmen. Aber der Fussball zeigte eben auch diese Seite. Wie sich Argentinier, zwei vor allem, nach dem Abpfiff wie wilde Tiere auf feiernde Spanier stürzen, tätlich angreifen, zu Boden reissen und an der Gurgel würgen. Gleich daneben sitzt der 19-jährige Lamine Yamal am Boden, ganz in seiner eigenen Welt, und betet, auch Messi, der Spaziergänger im Spiel, trottete im Hintergrund gedankenverloren über den Rasen.
Argentinische Spieler, von denen sich ein paar schon im Spiel als rüpelhafte Fussballer aufführten und nachher frustriert zu gewalttätigen Ringern wurden – und ich muss an die tausend Kinder denken, die vor kurzem am Schüeli in Küsnacht teilgenommen haben.
Sie sassen am Sonntagabend wohl vor dem Fernseher.
Was wäre das für ein Zeichen für die Kraft des Fussballs gewesen, wenn Argentinien noch Weltmeister geworden wäre? Soviel hat ja nicht gefehlt.
Nächste musikalische Lesung:
Sonntag, 29. November, 11 Uhr
Immobilienwerkstatt, Küsnacht
NEU
Eine Webseite
zum Blog, mit immer wieder aktuellen Fotos
und Tipps zu Bücher, Konzerten, Filmen, Orten
Den Blog «Wieder im Auge»
kostenlos abonnieren oder
auf Facebook folgen und lesen.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen