Fredy, der damals Heino war


Blog-Nr. 479



Da sei Roberto Blanco, hörte Fredy Bickel damals am Telefon, es war in den Neunzigerjahren, und er war bei den Grasshoppers, als diese noch eine stolze Marke im Fussball waren, Technischer Leiter. Er sass spät abends in seiner Wohnung in Mettmenstetten.

Dann sei er der Heino, sagte Bickel, schlagfertig wie er ist.

Blanco, deutscher Sänger und Entertainer, er sei wirklich Blanco, sagte er, wollte Tickets für ein GC-Spiel, damals noch begehrt. Sie waren am Telefon bald der Roberto und der Fredy.

Das war die erste Geschichte bei der musikalischen Lesung an diesem sommerlichen Pfingstsamstag im Mai – und aus einem besonderen Grund. Fredy Bickel ist jetzt Gastronom, zusammen mit seiner Frau, Regula Esposito, bekannt als Helga Schneider auf den Comedy-Bühnen, führen sie das Gasthaus zum weissen Rössli, ein altes Haus, immer wieder wunderbar renoviert, in Mettmenstetten im Säuliamt.

Im Schimmel Saal mit Wein und Fussball-Erinnerungen

Und gelesen, ich, und Lukas Langenegger gesungen und gespielt mit Gitarre und auch einmal beim Springsteen-Song «Streets of Minneapolis» mit der Mundharmonika, haben wir im Schimmel Saal, der Name ist logisch im Haus der Weissen Pferde, umgeben von Regalen mit wunderbaren Weinen und Leibchen, die Fussballgeschichte erzählen.


Und ja, auch das musste sein, bei dieser ersten von zwölf Geschichten und Gedichten, Lukas fand den Song zu Roberto, Heino und GC: «Grasshopper in My Pillow», Heuschrecken in meinem Kissen, ein schwermütiger, melancholischer Blues-Song von Lead Belly, über Liebeskummer, Verlust und auch dem Gefühl, vom Pech verfolgt zu sein. Die Welt ist schmerzhaft, gilt irgendwie auch für das GC von heute.

Aber, das musste auch sein, und Fredy Bickel und Regula Esposito summten mit, und auch der Cantautore Pippo Pollina, der im Publikum sass: Am Ende nichts bedauern, denn das Leben, das Vergnügen beginnt jetzt, mit dir, wie es bei Piafs «Non, je ne regrette rien» heisst.

Fredy Bickel verehrt Edith Piaf, er ist Mitglied der «Association des amis d’Edith Piaf», besucht fast jedes Jahr Paris, die Bar, die ihren Namen trägt und das Grab auf dem Friedhof Père Lachaise, er legt immer eine Rose nieder.

Lukas Langenegger mit Gitarre und Mundharmonika

Lukas hatte «Non, je ne regrette rien» zuvor noch nie gesungen, am Morgen erstmals geübt, es war wunderbar. Wie Cohens «Bird on the Wire», wie «Wanted Me» von Cash/Dylan, wie «The House of the Rising Sun» von den Animals, «All Shook Up» von Elvis, oder, auch das musste sein, «Goalie» von Kuno zur Geschichte wie ich einmal der teuerste Fussball der Welt war, in einem Vertrag mit dem FC Küsnacht.

Rosig und schön war der Abend, besonders nach den Texten und Liedern in diesem wunderbaren Gasthaus, kulinarisch verwöhnt in der Antar-Stube, es gab wirklich nichts zu bedauern.

 
Lukas Langenegger mit Pias «Non, je ne regrette rien» (YouTube-Video/Nicole Chapuis)


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