Wie bei einem Popkonzert
Blog-Nr. 465
Es ist Sonntagnachmittag in Küsnacht, es ist ein Bild wie vor einem Popkonzert.
Es ist aber ein Anlass in der reformierten Kirche in der Zürichseegemeinde, ein Jubiläumsgottesdienst und die Verabschiedung von Pfarrer Andrea Marco Bianca, er geht nach 30 Jahren in Pension.
Spiritualität. Worte. Musik. Alles zusammen, fast zwei Stunden lang, Musikerinnen und Musiker, die ihn früher bei verschiedenen Anlässen begleitet hatten, traten auf, eine Yogalehrerin machte mit der Kirchgemeinde Atemübungen, Noah Veraguth stand plötzlich auf, der Frontmann der Gruppe Pegasus, und spielte einen Song; er wohnt in Küsnacht, Bianca hatte ihn einst bei der Abfallversorgung erstmals getroffen. Und die Zürcher Kirchenratspräsidentin Esther Straub nahm die Emeritierung vor, fand ironisch-liebevolle Worte, sagte, dass es mit ihm, der Ecken und Kanten habe, nicht immer einfach sei, aber immer befruchtend.
Oder muss man jetzt, fortan ohne ihn, in Küsnacht sagen: In einer Kirche könnte so vieles möglich sein?
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Bereits mehr als eine Stunde vor der Predigt standen viele Menschen vor der Eingangstür. Die Kirche war nachher überfüllt, viele mussten in den Gemeindesaal nebenan ausweichen, über 700 waren es insgesamt, auch einen Livestream gab es und eine grosse Leinwand im Altarraum.
Es ist Sonntagnachmittag in Küsnacht, es ist ein Bild wie vor einem Popkonzert.
Es ist aber ein Anlass in der reformierten Kirche in der Zürichseegemeinde, ein Jubiläumsgottesdienst und die Verabschiedung von Pfarrer Andrea Marco Bianca, er geht nach 30 Jahren in Pension.
Und es war alles, eine Predigt, ein Fest, ein Konzert – und vor allem war es bewegend. Für Bianca, der mehrmals seine Tränen wegwischen musste, der seine Gefühle in die Predigt einbaute, dazu stand, wie schwer es ihm fällt, nicht mehr Pfarrer sein zu können. Für die Menschen in der Kirche, die spürten, dass jetzt etwas fehlen wird, auch für jene, die nicht mit der Kirche, aber mit Bianca auf irgendeine Art verbunden waren in dieser langen Zeit, wie gläubig oder religiös sie auch sind.
Spiritualität. Worte. Musik. Alles zusammen, fast zwei Stunden lang, Musikerinnen und Musiker, die ihn früher bei verschiedenen Anlässen begleitet hatten, traten auf, eine Yogalehrerin machte mit der Kirchgemeinde Atemübungen, Noah Veraguth stand plötzlich auf, der Frontmann der Gruppe Pegasus, und spielte einen Song; er wohnt in Küsnacht, Bianca hatte ihn einst bei der Abfallversorgung erstmals getroffen. Und die Zürcher Kirchenratspräsidentin Esther Straub nahm die Emeritierung vor, fand ironisch-liebevolle Worte, sagte, dass es mit ihm, der Ecken und Kanten habe, nicht immer einfach sei, aber immer befruchtend.
Begegnungen, ein Wort, das an diesem Tag immer wieder fiel. Auch später nochmals, nach dem Apéro, als fast alle, die schon bei der Predigt da waren, nochmals in die Kirche kamen, zu einem anderthalbstündigen Konzert. Alle traten wieder auf, es war eindrücklich und schlicht grossartig. Der Organist Christer Lovold, ein Norweger, seit fünf Jahren in Küsnacht, stimmte zum Song «Hallelujah» an, das Publikum im Kirchenschiff wurde zum Chor, und zuletzt sangen alle zusammen «We are the world», irgendwie war es wie damals, 1985, als an einem Abend in Los Angeles die grössten Musikstars der Welt zusammen kamen, um dieses Lied aufzunehmen. Es gab nachher in der Kirche in Küsnacht minutenlangen Applaus – wie bei einem Popkonzert.
Und nochmals zeigte es sich, wie oft bei Bianca: Die Kirche kann ein so wunderbarer Ort für vieles sein, oder wie er es selber zuletzt sagte: «So e Chille z’erlebe, isch Himmel uf Erde.» Viele gingen abends spät in die dunkle Nacht hinaus mit dem Gefühl, das Bianca vermitteln wollte: Den Glauben zu glauben, dass alles möglich ist.
Oder muss man jetzt, fortan ohne ihn, in Küsnacht sagen: In einer Kirche könnte so vieles möglich sein?
Pegasus-Frontmann Noah Veraguth (YouTube)
Sehr emotional: «We are the world» (YouTube)
Nächste musikalische Lesungen:
23. Mai, 18 Uhr, Gasthaus zum weissen Rössli, Mettmenstetten
Anmeldungen (es hat noch knapp 20 Plätze):
Wer nachher Essen mag (sehr zu empfehlen)
29. November, 11 Uhr, Wieder Immobilienwerkstatt, Küsnacht
Anmeldungen
fredy.wettstein@gmail.com
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