Schönheit des Fussballs
Blog-Nr. 498
Sie kennen den Namen nicht. Sie sind viel zu jung dafür. Sie wissen nicht, wer Franco Baresi war. Dieser geniale italienische Fussballer, der ein Leben lang nur für die AC Milan spielte, insgesamt 719-mal, dreimal die Champions League gewann, sechsmal italienischer Meister, auch Weltmeister wurde.
«Il capitano», eine grosse Persönlichkeit, «Il Piscinin» auf lombardisch «Der Kleine» nannten sie ihn, aber er war einer der Grössten in der Fussballgeschichte. Er trug die Nummer 6. Mit 66 Jahren starb er letzten Freitag nach einer schweren Lungenerkrankung.
Aber sie kannten ihn nicht. Sie, die kleinen Kinder, die ich spielen sah in der Badi Männedorf, Buben und Mädchen, vielleicht zehn Jahre alt, zwei Stühle bildeten das Tor. Mal schoss einer oder eine, mal stand jemand im Tor, die anderen sassen auf Stühlen und schauten zu, bis sie wieder an der Reihe waren.
Oder meine Enkel, Dylan und Diego, in der Badi Kusen in Küsnacht auf einer kleinen Wiese. Es dunkelte schon. Einer der vielen lauen Sommerabende. Sie jonglieren, sie passen, sie schiessen auf kleine Tore.
Sie spielen vergnügt und unbeschwert, lachen – am Zürichsee, in Männedorf und Küsnacht.
Und warum kam mir dabei Baresi in den Sinn, den diese Kinder gar nicht kennen konnten?
Weil Franco Baresi genau dafür stand: für die Leichtigkeit, für die Eleganz, für Fussball als Freude, als Lust, als Vergnügen. Für die Schönheit dieses Sports. Majestätisch mit dem Ball an den Füssen bewegte er sich auf dem Rasen. Als Libero – eine Position, die es heute nicht mehr gibt –, als freier Mann. Er war, was Franz Beckenbauer für Deutschland war.
«Tutti in piedi per il Piscinin», schrieb die «Gazzetta dello Sport», alle sollen sich für den Kleinen erheben, und alle taten es, in Italien und ausserhalb, weit über die AC Milan hinaus. Baresi war einer, der überall respektiert wurde, wegen seiner Bescheidenheit und seiner Demut.
Ein Gentleman mit dem Ball.
Es tat so gut in diesen Zeiten. Die Kinder spielen zu sehen, Baresi in alten Videos nochmals zu bewundern.
Fussball kann auch so sein.
«Tutti in piedi per il Piscinin», schrieb die «Gazzetta dello Sport», alle sollen sich für den Kleinen erheben, und alle taten es, in Italien und ausserhalb, weit über die AC Milan hinaus. Baresi war einer, der überall respektiert wurde, wegen seiner Bescheidenheit und seiner Demut.
Ein Gentleman mit dem Ball.
Es tat so gut in diesen Zeiten. Die Kinder spielen zu sehen, Baresi in alten Videos nochmals zu bewundern.
Fussball kann auch so sein.
Nächste musikalische Lesung:
Sonntag, 29. November, 11 Uhr
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