Handschuhe im Netz

Blog-Nr. 477

Mit 33 Abschied, mit 40 Fortsetzung*


Die Handschuhe eines Torhüters hängen im Netz. Weil er sie nicht mehr braucht. Weil er mit ihnen keine Tore mehr verhindern will. Er wird bald 33. Das beste Alter für einen Torhüter, sagt man. Aber Yanick Brecher mag es nicht mehr. Nicht die Nummer 1 sein; die Nummer 25 trug er, 20 Jahre war er beim gleichen Klub, immer bei nur einem Klub, 367 Spiele beim FC Zürich.

Weil im Klub ein junger, talentiert wie Brecher als Junge auch war, Torhüter auf seine Chance wartet und diese auch verdient, will Brecher nicht mehr. Es ist nicht der einzige, aber ein wichtiger Grund für den Abschied. Er hatte keine Lust, fortan die Nummer 2 zu sein.
Und mag auch nicht anderswo, bei einem anderen Klub, nochmals die Nummer 1 (oder 25) sein.

Yanick Brecher: Der Abschied mit seinen Kindern

Ein anderer dagegen mag es. Er ist kürzlich 40 geworden. Er macht beim Klub, bei dem er seit 15 Jahren im Tor steht, ein weiteres Jahr weiter. Und seit gestern Abend ist (fast) klar: Manuel Neuer dürfte auch bald, wenn ihn seine verletzungsanfällige Wade nicht daran hindert, bei der Weltmeisterschaft im Tor der deutschen Nationalmannschaft stehen. Eigentlich hatte er sich nach 124 Spielen und neun grossen Turnieren vor zwei Jahren verabschiedet, immer gesagt, es sei endgültig, und der deutsche Bundestrainer Julian Nagelsmann sagte dies auch. 

Das scheint nicht mehr so. Er wolle es jedem Spieler persönlich sagen, sagte Nagelsmann in dieser Nacht im ZDF-Sportstudio. Er wird Oliver Baumann, der davon ausging, für Deutschland die Nummer 1 bei der WM zu sein, und Manuel Neuer, der es nicht mehr sein wollte und es jetzt offenbar doch nochmals möchte, bald anrufen.

Neuer, nochmals die Nummer 1 für Nagelsmann?

Manuel Neuer wäre ein Grund, bei dieser WM manchmal mehr als nur eine Auge vor dem Fernseher zu öffnen – und beide zu schliessen, wenn der mit dem orangen Gesicht und Haar und sein Best Friend auf der Tribüne gezeigt werden, besonders, wenn sie bei der Halbzeitshow im Final bei der Musik von Madonna und Shakira noch wild tanzen werden.

Neuer ist einer, Lionel Messi, bald 39, Cristiano Ronaldo, 41, und Luka Modric, bald 41, sind andere. Gesichter von Senioren, sie nochmals geniessen.

Yanick Brecher wird irgendwo vor dem TV sitzen. Eigentlich viel zu jung, die Handschuhe im Netz hängen zu lassen. 

Es war der Samstag der Torhüter.

*Dieser Text erschien zuerst auf meinem Facebook-Account



Liebe Freundinnen und Freunde,

Bald, am Pfingstsamstag,  lesen und und spielen wir wieder,  Kolumnen, auch Texte von früher, Gedichte und Songs u.a. von Dylan, Cohen, Springsteen, Mani Matter oder Stiller Haas. Auch einen ganz alten Text über Fredy Bickel, wie er damals am Telefon zu Heino wurde. 

Wenn all die Wetter-Wisser, die Buchelis und Kachelmänner dieser Welt, Recht haben, dann wird es endlich wieder sommerlich-sonnig, also ideal: Erst ein Apero draussen im Garten, dann die musikalische Lesung, es gibt noch ein paar wenige Tickets, als Abschluss das Abendessen im wunderbaren Gasthof:

– Am 23. Mai 2026, Pfingstsamstag.

– An einem besonderen Ort: Im Gasthaus zum weissen Rössli in Mettmenstetten im Säuliamt. 

– Mit besonderen Gastgebern: Regula Esposito (als Künstlerin: Helga Schneider) und Fredy Bickel (Fussball).

Ab 18 Uhr, also bliebe nachher genügend Zeit, die Kochkünste im schönen Gasthaus zu geniessen.

Wir würden uns freuen:

Fredy und Lukas

Übrigens: Mit ÖV gut erreichbar, aber genügend Parkplätze hat es auch.


Anmelden für die musikalische Lesung:

Anmelden zum Essen:


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