Nur ein Thema
Blog-Nr. 471
Im «Bohemia» beim Kreuzplatz in Zürich bringt Toni am Morgen den Espresso an den Tisch und sagt lachend: «Hast du es gestern gesehen?»
Am Nebentisch hat einer die Frage gehört und sagt: «Noch nie so etwas erlebt.»
Eine Frau daneben, ich weiss, anderes im Leben interessiert sie weit mehr, sagt: «Ich habe es kaum mehr ausgehalten.»
Einer hat schon am Abend zuvor, kurz vor Mitternacht, geschrieben, und ich weiss, dass er jene, die jetzt zwar verloren haben, sich aber trotzdem als Sieger fühlen, gar nicht mag, um es sanft auszudrücken: «Es hat sogar mit ihnen Spass gemacht.»
Einer schreibt jetzt, er schaut wohl Fussball seit Fussball am Fernsehen zu sehen ist, und zwischendurch sagte er auch, jetzt möge er diesen Sport und den damit verbundenen Wahnsinn und den Auswüchsen nicht mehr sehen, um dann doch wieder alles zu schauen: «So etwas habe ich noch nie gesehen.»
Und ein Freund, er hat bei seinem Klub seit Jahrzehnten eine Saisonkarte und verpasst kaum ein Spiel seiner Roten, hatte ein geschäftliches Essen in Wien, konnte das Spiel nur am Liveticker verfolgen, er schreibt am anderen Tag: «Zwischendurch ist mir der Hunger vergangen, aber zuletzt genoss ich ein Glas wunderbaren Wein.»
Und ein anderer Freund, er ist politischer Korrespondent in Paris, war im Stadion, schreibt aber: «Ich durfte dabei sein, musste aber nichts schreiben». Ich hätte so gerne gelesen, mit wieviel Poesie er geschrieben hätte.
In diesen Zeiten, in denen so viel anderes das tägliche Thema ist und einer da drüben die ganze Welt ständig in Aufregung setzt oder das Schicksal eines gestrandeten Wales im Liveticker verfolgt werden kann, sprachen am anderen Morgen alle nur noch von einem.
Paris 5. München 4.
Im «Bohemia» beim Kreuzplatz in Zürich bringt Toni am Morgen den Espresso an den Tisch und sagt lachend: «Hast du es gestern gesehen?»
Am Nebentisch hat einer die Frage gehört und sagt: «Noch nie so etwas erlebt.»
Eine Frau daneben, ich weiss, anderes im Leben interessiert sie weit mehr, sagt: «Ich habe es kaum mehr ausgehalten.»
Einer hat schon am Abend zuvor, kurz vor Mitternacht, geschrieben, und ich weiss, dass er jene, die jetzt zwar verloren haben, sich aber trotzdem als Sieger fühlen, gar nicht mag, um es sanft auszudrücken: «Es hat sogar mit ihnen Spass gemacht.»
Einer schreibt jetzt, er schaut wohl Fussball seit Fussball am Fernsehen zu sehen ist, und zwischendurch sagte er auch, jetzt möge er diesen Sport und den damit verbundenen Wahnsinn und den Auswüchsen nicht mehr sehen, um dann doch wieder alles zu schauen: «So etwas habe ich noch nie gesehen.»
Und ein Freund, er hat bei seinem Klub seit Jahrzehnten eine Saisonkarte und verpasst kaum ein Spiel seiner Roten, hatte ein geschäftliches Essen in Wien, konnte das Spiel nur am Liveticker verfolgen, er schreibt am anderen Tag: «Zwischendurch ist mir der Hunger vergangen, aber zuletzt genoss ich ein Glas wunderbaren Wein.»
Und ein anderer Freund, er ist politischer Korrespondent in Paris, war im Stadion, schreibt aber: «Ich durfte dabei sein, musste aber nichts schreiben». Ich hätte so gerne gelesen, mit wieviel Poesie er geschrieben hätte.
In diesen Zeiten, in denen so viel anderes das tägliche Thema ist und einer da drüben die ganze Welt ständig in Aufregung setzt oder das Schicksal eines gestrandeten Wales im Liveticker verfolgt werden kann, sprachen am anderen Morgen alle nur noch von einem.
Paris 5. München 4.
Ein Fussballspiel, das auch 10:10 hätte enden können. Wie Pingpong, schrieb einer, hin und her, einmal so Hin, dass ein Her nicht mehr möglich schien, 1:0, 1:1, 1:2, 2:2, 2:5, 4:5 aus der Sicht der einen, und auch der Trainer der anderen, der Sieger, der Spanier bei den Franzosen, sagte, er finde, der Sieg sei verdient, aber auch ein Unentschieden oder gar eine Niederlage wären verdient gewesen.
Die vielleicht schönste Formulierung online bei «11Freunde», dem deutschen Magazin für Fussballkultur: «Also, falls im Null-zu-Null-Alltag weider Fussball-Verdruss aufkommt, einfach an «Casablanca» denken. Immerhin sagte Hauptfigur Humphrey Bogart im nicht weniger dramatischen Film von 1942 zu seiner Verflossenen: «Uns bleibt immer Paris». Er muss Hellseher gewesen sein. Und Fussballfan!»
Vincent Kompany, der immer höfliche und sachliche belgische Trainer bei den Münchnern, hat diesen Wunsch: Wer in einer Woche beim Rückspiel eine Karte habe und sich nicht ganz gesund fühle, solle zu Hause bleiben und die Karte weitergeben. Nur die aller fittesten Leute sollen im Stadion sein.
Es könnte wieder ein Abend werden, der ans Herz geht.
Die vielleicht schönste Formulierung online bei «11Freunde», dem deutschen Magazin für Fussballkultur: «Also, falls im Null-zu-Null-Alltag weider Fussball-Verdruss aufkommt, einfach an «Casablanca» denken. Immerhin sagte Hauptfigur Humphrey Bogart im nicht weniger dramatischen Film von 1942 zu seiner Verflossenen: «Uns bleibt immer Paris». Er muss Hellseher gewesen sein. Und Fussballfan!»
Vincent Kompany, der immer höfliche und sachliche belgische Trainer bei den Münchnern, hat diesen Wunsch: Wer in einer Woche beim Rückspiel eine Karte habe und sich nicht ganz gesund fühle, solle zu Hause bleiben und die Karte weitergeben. Nur die aller fittesten Leute sollen im Stadion sein.
Es könnte wieder ein Abend werden, der ans Herz geht.
Dieser Text erschien am Mittwoch bereits auf meinem Facebook-Account
Nächste musikalische Lesungen:
23. Mai, 18 Uhr, Gasthaus zum weissen Rössli, Mettmenstetten
Anmeldungen (es hat noch einige Plätze):
Wer nachher Essen mag (sehr zu empfehlen)
29. November, 11 Uhr, Wieder Immobilienwerkstatt, Küsnacht
Anmeldungen
fredy.wettstein@gmail.com
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