Sollte man nicht?

Blog-Nr. 464

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Ein Gespräch kürzlich, was machst du im Juni? war die Frage gewesen. Bist du auf deiner Insel? Oder irgendwo am Meer? Weit weg?

Da bleibe ich hier, bis Mitte Juli, da kann ich nicht weg, war meine Antwort. Ich will Fussball schauen, die WM, ab dem 11. Juni, es ist ein Donnerstag, abends um 21 Uhr bei uns, Mexiko gegen Südafrika. Nachmittags um eins ist es dann in Mexico-City, es wird sicher brütend heiss sein, wie damals, 1986 im Aztekenstadion, nie werde ich diesen Moment vergessen: Maradona – Diego! –, er und sein Dribbling, und dann er und die Hand Gottes, göttlich war es.

Und jetzt, Fussball-WM 2026, in Mexiko, Kanada und – ja, den USA.

Ich zögerte dann einen Moment, im Kopf rumorte es. Weltmeisterschaft, diese Weltmeisterschaft? Statt irgendwo am Meer, mit dem Rauschen der Wellen, dem Duft des salzigen Wassers, dem schönen Licht, dem Himmel, der sich abends rötlich verfärbt, dem Negroni an der Strandbar, den lauen Nächten, ohne Ball?

Gut, vielleicht auf Kap Verde, da wollte ich schon lange einmal hin, und erstmals ist diese Insel vor der Nordwestküste Afrikas an einer Weltmeisterschaft dabei, am Montag, 15. Juni, spielen die Kapverdier gegen Spanien. Dort in einer Bar und das Spiel am TV, kein schlechter Gedanke.

Aber, im Kopf rumorte es: Sollte man nicht? Bei einer WM mit diesem orange haargefärbten autokratischen Narzissten und seinem unerträglichen Best Friend von der Fifa, der dem Kriegstreiber den Friedenspreis überreicht hatte, einfach wegschauen? Mit diesen zu vielen Mannschaften und viel zu vielen Spielen?

Eigentlich ja.

Aber dann hätte man auch 2018 in Russland und 2022 in Katar nicht zuschauen dürfen.

Und hat es doch. Weil es Fussball ist, dieses Spiel, das so fasziniert, diese 90 oder mehr Minuten, die manchmal so langweilig sein können und man doch wieder darauf hinfiebert, weil vielleicht nur ein Moment für immer bleibt, aber dieser Moment einzigartig ist, wie damals 1986 mit 114 580 anderen im Aztekenstadion.

«So gehe ich durch die Welt, den Hut in der Hand, und in den Stadien bitte ich: Nur einen schönen Spielzug, Gott vergelt’s», schrieb der uruguayanische Schriftsteller Eduardo Galeano im Buch «Der Ball ist rund und Tore lauern überall.» Oder wie es Pedro Lenz, der kürzlich ein schönes Mundartbuch «Mit linggs» über Diego Maradona veröffentlichte, in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» sagte: «Die Freude am Fussball ist grösser als meine politische Vernunft.»

Und deshalb, ja, eigentlich interessiert mich das viel mehr: Nächsten Samstag, 15 Uhr, Sportplatz Fallacher oben in Küsnacht, Youth League bei den C-Junioren, Küsnacht gegen Niederweningen a – mit Enkel Dylan.

Vielleicht plane ich ab mitte Juni doch anders.



Nächste musikalische Lesungen:

23. Mai, 18 Uhr, Gasthaus zum weissen Rössli, Mettmenstetten
Anmeldungen (es hat noch knapp 20 Plätze):

Wer nachher Essen mag (sehr zu empfehlen)


29. November, 11 Uhr, Wieder Immobilienwerkstatt, Küsnacht
Anmeldungen 
fredy.wettstein@gmail.com


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