Verloren
Blog-Nr. 451
Einmal Wawrinka, einmal Odermatt*
Verloren.
Der eine hatte feuchte Augen, wurde gefeiert, feierte selber, genoss einfach den Moment. Der andere hatte einen leeren Blick, wäre am liebsten sofort verschwunden, hätte gerne mit niemandem sprechen müssen.
Der eine verabschiedete sich aus Melbourne, vom ersten grossen Tennisturnier des Jahres, nie mehr wird er dort spielen. Der andere stand wieder auf dem Podest, zum 100. Mal in seiner Karriere, und er wird wieder nach Kitzbühel zurückkehren.
Verloren.
Der, der Abschied nahm, hatte auch schon viel und viel Grosses gewonnen und jetzt nochmals gezeigt, wie grossartig er ist. Der, der so abgrundtief enttäuscht war und bei der Ehrung der Besten weinte, gewinnt fast immer. Aber weiterhin nicht die Abfahrt auf der Streif. Wegen sieben Hundertstelsekunden.
Der Sport lebt von Bildern. Von Augenblicken, Momentaufnahmen. Wie an diesem Samstag, in Melbourne mit Stan Wawrinka, in Kitzbühel mit Marco Odermatt.
Zwei Verlierer, doch der eine wurde gefeiert wie ein Sieger, der andere wurde Zweiter. Wawrinka wird im März 41, Odermatt ist 28. Beide mit grosser Vergangenheit, der eine auch weiterhin mit rosiger Zukunft, aber im Sport zählt nur die Gegenwart. Für Wawrinka besonders, und deshalb saugt er alles nochmals auf. Und geniesst. Und lächelt.
Auch als Verlierer.
*Dieser Text erschien bereits auf Facebook
Nächste musikalische Lesungen:
1. März, 11 Uhr Immobilienwerkstatt, Küsnacht
Anmeldungen:
fredy.wettstein@gmail.com
23. Mai, 18 Uhr, Gasthaus zum weissen Rössli, Mettmenstetten
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