Trauer


Blog-Nr 447



40, eine Zahl lässt uns nicht mehr los. Seit mehr als einer Woche ist sie in unseren Köpfen, wir lesen sie täglich, hören sie im Fernsehen und Radio. Es sind 40 Schicksale, wir kennen die Menschen nicht. Wissen nur: Sie sind fast alle jung, sehr jung, einige noch Kinder. Über Einzelne konnten wir etwas erfahren, aber es sind fremde Namen, sie lebten im Wallis, irgendwo auf der Welt. Sie hatten Pläne für das neue Jahr, in der Schule, im Beruf, im Leben, vielleicht in der Liebe.

Sie heissen, diese Namen konnten wir lesen, 24 von 40: Diana, Alicia, Charlotte, Achille, Giovanni, Victoria, Ricardo, Joaquim, Guillaume, Fany, Matéo, Cyane, Noémie, Stefan, Noa, Sofia, Arthur, Chiara, Emanuele, Tristan, Benjamin, Taylan, Nora, Caroline.

Wir trauerten an diesem Freitag alle, in der ganzen Schweiz läuteten die Kirchenglocken, für einen kurzen Moment stand das Leben überall still, fühlten wir uns verbunden im Schmerz.

Und es kamen auch solche Gedanken: Ein tragisches Ereignis bewegt uns, führt uns vor Augen, wie innert Sekunden alles anders sein kann, ein Leben voller Hoffnung, Träumen und Zielen zerstört. Wir sind betroffen, weil Crans-Montana so nah ist, weil wir denken, es könnten ja unsere Kinder, unsere Enkelkinder sein, auch sie könnten in eine solche Situation geraten.

Aber Schreckliches passiert seit Wochen, seit Monaten, seit Jahren überall auf der Welt, in der Ukraine, im Gazastreifen, im Sudan, verzweifelte, traumatisierte Kinder, deren Leben früh zerstört ist, die keine Zukunft, keine Träume mehr haben können, die hungern müssen, gezeichnet sind von ihrem Leid und es ewig bleiben.

Und deshalb: Vielleicht sollte von diesem Freitag, der zum nationalen Trauertag wurde, das bleiben: Die Zahl 40 muss für mehr stehen, nicht nur für die Trauer um die Toten von Crans-Montana, um den Schmerz in diesen vielen Familien, sondern uns daran erinnern, dass nicht nur in diesen ersten Stunden von 2026 furchtbar Schlimmes geschehen ist, sondern täglich irgendwo weiterhin geschieht.

Und wenn in Crans-Montana nun von einer menschengemachten Tragödie die Rede ist – das furchtbar Schlimme an vielen Orten dieser Welt ist ebenfalls menschengemacht. Von furchtbaren Menschen.



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