Eine Schnapsidee
Blog-Nr. 421
Ein Buchtipp
Neu anfangen. Alles Alte liegenlassen. Ausbrechen, verrückt sein, unvernünftig. Von einem Tag auf den anderen.
Wer hatte dieses Gefühl nicht schon einmal (oder auch mehrmals) im Leben, vor allem, wenn das Leben schon manches erlebt hat? Meistens blieb es beim Gedanken und führte nicht bei der Tat. Weil der Kopf stärker als der Bauch war, blieb Unvernunft vernünftig. Auch wenn die Lust auf Veränderung gross war.
Etwas Neues zu beginnen. Sich in etwas stürzen. Aufgeben, was war, nicht wissen, wie es sein wird, was jetzt kommt.
Davon handelt dieses Buch, zufällig entdeckt, weil es eine Kollegin von einer Kollegin zum Geburtstag bekommen hat, erstmals erschienen war es schon vor elf Jahren. Es ist ein Büchlein, denn es ist klein, A7-Format, sehr handlich, in Leinen gebunden, auch die Schrift ist klein, ich habe es immer wieder nahe an meine Augen geführt und die Brille weggelegt, man kann auch sagen: ich habe es verschlungen.
Es ist ein wundervolles Buch. So auch der Titel: «Meine wundervolle Buchhandlung.» Und es ist auch: «Meine», denn Petra Hartlieb, in München geboren, in Österreich aufgewachsen, schreibt darin ihre eigene Geschichte. Sie ist Buchhändlerin, Journalistin, Autorin (von Krimis), aber eben: vor allem Buchhändlerin. Weil sie – sie wohnte zusammen mit ihrem Mann in Hamburg, beide hatten ihren Beruf – hörten, dass in Wien eine Buchhandlung Konkurs machte und sie im Urlaub diese Schnapsidee hatten. Sie bekamen den Zuschlag, gaben alles auf und zogen Hals über Kopf in die österreichische Hauptstadt.
Es ist eine Liebeserklärung an das Buch, an die, die Bücher schreiben, und die, die Bücher kaufen und lesen und ihre Geschichten, an die Autorinnen und Autoren, an die Literatur, an die Buchhandlung.
Und ans Schreiben. Denn Petra Hartlieb schreibt wundervoll wie es auch ihre Buchhandlung ist, es werden dann im Laufe der Zeit gar zwei Geschäfte in Wien und immer mehr Leute, die mitarbeiten. Sie schreibt mit Humor, mit Geist, mit Schlagfertigkeit, mit immer wieder schönen Gedanken und Sätzen.
Wer hatte dieses Gefühl nicht schon einmal (oder auch mehrmals) im Leben, vor allem, wenn das Leben schon manches erlebt hat? Meistens blieb es beim Gedanken und führte nicht bei der Tat. Weil der Kopf stärker als der Bauch war, blieb Unvernunft vernünftig. Auch wenn die Lust auf Veränderung gross war.
Etwas Neues zu beginnen. Sich in etwas stürzen. Aufgeben, was war, nicht wissen, wie es sein wird, was jetzt kommt.
Davon handelt dieses Buch, zufällig entdeckt, weil es eine Kollegin von einer Kollegin zum Geburtstag bekommen hat, erstmals erschienen war es schon vor elf Jahren. Es ist ein Büchlein, denn es ist klein, A7-Format, sehr handlich, in Leinen gebunden, auch die Schrift ist klein, ich habe es immer wieder nahe an meine Augen geführt und die Brille weggelegt, man kann auch sagen: ich habe es verschlungen.
Es ist ein wundervolles Buch. So auch der Titel: «Meine wundervolle Buchhandlung.» Und es ist auch: «Meine», denn Petra Hartlieb, in München geboren, in Österreich aufgewachsen, schreibt darin ihre eigene Geschichte. Sie ist Buchhändlerin, Journalistin, Autorin (von Krimis), aber eben: vor allem Buchhändlerin. Weil sie – sie wohnte zusammen mit ihrem Mann in Hamburg, beide hatten ihren Beruf – hörten, dass in Wien eine Buchhandlung Konkurs machte und sie im Urlaub diese Schnapsidee hatten. Sie bekamen den Zuschlag, gaben alles auf und zogen Hals über Kopf in die österreichische Hauptstadt.
Es ist eine Liebeserklärung an das Buch, an die, die Bücher schreiben, und die, die Bücher kaufen und lesen und ihre Geschichten, an die Autorinnen und Autoren, an die Literatur, an die Buchhandlung.
Und ans Schreiben. Denn Petra Hartlieb schreibt wundervoll wie es auch ihre Buchhandlung ist, es werden dann im Laufe der Zeit gar zwei Geschäfte in Wien und immer mehr Leute, die mitarbeiten. Sie schreibt mit Humor, mit Geist, mit Schlagfertigkeit, mit immer wieder schönen Gedanken und Sätzen.
Und eben auch witzig, wie auf Seite 214, als Hartlieb über Menschen schreibt, die ihre Buchhandlung besuchen, diese junge Frau beispielsweise, die reinkommt, das Geschäft war knallvoll, und nach dem «perfekten Orgasmus» fragt: «Und auf die Frage der Kollegin: Brauchen Sie ihn sofort oder kann ich ihn auch bestellen? nicht einmal rot wird und auch nicht ablehnt.» Sie wollte ihn sofort. Oder der Politiker aus einem Wiener Bezirk, der von seiner Sekretärin das Buch «Reden wir Obama» abholen liess; die Buchhändlerin, Hartlieb, habe zum Lachen ins Hinterzimmer gehen müssen.
Petra Hartlieb ist jetzt seit mehr als 20 Jahren Buchhändlerin. Und eben, wie es begann, weil sie zusammen mit ihrem Mann unvernünftig war, ausbrechen, etwas Neues und Unbekanntes beginnen wollte, beschreibt dieses Buch.
Es ist, auch wenn Hartlieb immer wieder über die schwierigen Zeiten und all die Probleme schreibt, sie haben zwölf Angestellte und ziemlich viele Schulden bei der Bank, auch ein optimistisches Buch, man glaubt, selbst wenn die jetzigen Zeiten manchmal wenig Anlass dazu geben, an die Zukunft.
Ganz am Ende, auf Seite 251, gibt es diesen Abschnitt:
«Hat das Buch eine Zukunft? Wird es in Zukunft noch Buchhandlungen geben? Was soll ich darauf sagen? Natürlich hat das Buch eine Zukunft, und es wird auch weiterhin Buchhandlungen geben. Ich kann gar nichts anderes sagen, denn das wäre so, als würdest du einen Bauern, der seinen Stall voller Milchkühe hat, fragen, ob er glaubt, dass man in Zukunft noch Milch und Kaffee trinken wird.»
Petra Hartlieb und ihr Mann hatten diese Schnapsidee. Und machten immer weiter, weil sie merkten, dass sie nichts anderes wollten, nichts anderes (mehr) können, nichts anderes mehr lieben.
Man sollte im Leben Momente mit Schnapsideen haben. Und an Träume glauben.
«Meine wundervolle Buchhandlung», von Petra Hartlieb. - DuMont Verlag. - 208 Seiten, gebunden.
Petra Hartlieb ist jetzt seit mehr als 20 Jahren Buchhändlerin. Und eben, wie es begann, weil sie zusammen mit ihrem Mann unvernünftig war, ausbrechen, etwas Neues und Unbekanntes beginnen wollte, beschreibt dieses Buch.
Es ist, auch wenn Hartlieb immer wieder über die schwierigen Zeiten und all die Probleme schreibt, sie haben zwölf Angestellte und ziemlich viele Schulden bei der Bank, auch ein optimistisches Buch, man glaubt, selbst wenn die jetzigen Zeiten manchmal wenig Anlass dazu geben, an die Zukunft.
Ganz am Ende, auf Seite 251, gibt es diesen Abschnitt:
«Hat das Buch eine Zukunft? Wird es in Zukunft noch Buchhandlungen geben? Was soll ich darauf sagen? Natürlich hat das Buch eine Zukunft, und es wird auch weiterhin Buchhandlungen geben. Ich kann gar nichts anderes sagen, denn das wäre so, als würdest du einen Bauern, der seinen Stall voller Milchkühe hat, fragen, ob er glaubt, dass man in Zukunft noch Milch und Kaffee trinken wird.»
Petra Hartlieb und ihr Mann hatten diese Schnapsidee. Und machten immer weiter, weil sie merkten, dass sie nichts anderes wollten, nichts anderes (mehr) können, nichts anderes mehr lieben.
Man sollte im Leben Momente mit Schnapsideen haben. Und an Träume glauben.
«Meine wundervolle Buchhandlung», von Petra Hartlieb. - DuMont Verlag. - 208 Seiten, gebunden.
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